Singen und Geschenke, Geschenke, Geschenke
„Damit [mit einem neuen Mantel] kleidete er den Kaiser nach dem Bad am Vorabend des Festtages. […] Nach dem Singen der Vesper an Heiligabend sandte der Kaiser dem Bischof seinen wundervoll gearbeiteten Becher mit Most […]“ (Vita meinwerci, Cap. 179)
Und dennoch kann in den Zitaten aus der Vita ein wahrer Kern stecken. Der Autor der Vita beschreibt, dass Heinrich sich mit einem Bad auf den wichtigen Anlass vorbereitete. Das Reinigen des Körpers gehörte also auch in der Vorstellung des Abdinghofer Mönchs zu Weihnachten dazu. Im lateinischen Originaltext steht das Wort „vigilia“, was den Tag vor einem hohen Fest, also den 24.12. bezeichnete. Der eigentliche Weihnachtstag war der 25.12.
Heinrich II. besuchte an Heiligabend das liturgische Abendgebet, die Vesper, im Dom. Dazu gehörten auch das Entzünden von Lichtern und der Einsatz von Weihrauch. Und: Es kam laut Vita zum Austausch eines Mantels und eines Bechers, also von Geschenken, was uns heute als nette Geste und Mittel zum Verbreiten guter Stimmung auch nicht unbekannt ist.
Das Team des Museums in der Kaiserpfalz wünscht allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2016!!!
Text: K. Wochnik